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Buchempfehlungen
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TITEL: Die Denker des Dschungels
Eine einzigartige Dokumentation der Lebensweise einer außergewöhnlichen und ganz besonders gefährdeten Tierart auf dem allerneusten Forschungsstand
Pressestimmen:
"Das beste Tierbuch seit Jahren" (Kölner Express);
"Eines der schönsten Tierbücher, die ich in meinem Leben gesehen habe"
(Frank Elstner in Menschen der Woche),
"Mit Hunderten faszinierender Orang-Utan-Bilder und spannenden, rührenden und schockierenden Geschichten" (Welt am Sonntag).
So beschreiben die Leser den Orangutan Report "DIE DENKER DES DSCHUNGELS" von Gerd Schuster, Willie Smits und Jay Ullal. [1]
Das Buch zeigt mit opulenten Bildern und vielen gut vor Ort recherchierten Fakten das Leben, die Lebensumstände und Verhaltensweisen der Orangutans.
http://www.die-denker-des-dschungels.de/
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TITEL: Tierisch gute Geschichten
HERAUSGEBERIN: Tamara Pirschalawa
ISBN: 978-3-940808-00-4
PREIS: 12.90 Euro
Tierisch gute Geschichten
Der Titel dieses Buches verrät es bereits: Den Leser erwartet eine Vielfalt an tierisch guten Geschichten. Ob Krimi, Satire, Fabel, Märchen oder andere Genres, in den 25 Geschichten dieser Anthologie spielen Tiere eine größere oder kleinere Rolle. Die Autoren lassen den Leser an heiteren und tragischen Situationen, an abenteuerlichen, ungewöhnlichen oder spannenden Ereignissen teilhaben. Die Lektüre dieses Buches ist eine Reise in die Welt der Tiere und der Menschen, mit all ihrem Schmerz, ihrer Freude und der Liebe zueinander.
Die Edition für einen guten Zweck
Die Anthologien der Literaturloge werden von der Autorin und Mitbegründerin des Leser- und Autorenportals Literaturloge, Tamara Pirschalawa, herausgegeben. Der Erlös dieses Buches kommt der spanischen Tierhilfe zugute.
Die Besonderheiten:
Sicherlich zum ersten Mal in der Geschichte von Anthologien, die von Literaturportalen, Kleinverlagen etc. initiiert werden, hat sich ein Bestsellerautor beteiligt: Heinz Körner ("Johannes", "Sarah" u.a.), hat zusammen mit Alexandra Böhm eine zu Herzen gehende Kurzgeschichte beigetragen.
Die Künstlerin Annelie Mundt hat zwei Illustrationen zur Verfügung gestellt.
Die 16-jährige Marie Graßhoff hat ein Gedicht beigesteuert.
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TITEL: Der Verrat des Menschen an den Tieren
AUTOR: Helmut F. Kaplan
ISBN: ISBN-10: 3909067069, ISBN-13: 978-3909067060
PREIS: 19 Euro, 212 Seiten |
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Der österreichische Philosoph Helmut F. Kaplan ist seit Jahren der bekannteste Theoretiker der Tierrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum (www.tierrechte-kaplan.org). "Leichenschmaus", sein populärstes Buch (Rowohlt 1993), wurde von der Zeitschrift "Focus" zur "Bibel der Radikalvegetarier und Tierbefreier" gekürt. Ein Ehrentitel, der jetzt auf sein neuestes Werk "Der Verrat des Menschen an den Tieren" übergehen könnte. Ist diese Streitschrift für die Rechte der Tiere doch sozusagen die geronnene Substanz alles dessen, was der 54-jährige Salzburger bislang in seinen rund ein Dutzend Büchern, ungezählten weiteren Publikationen sowie öffentlichen Auftritten an Erkenntnis, Argumentation, Polemik und - nicht zuletzt - bester Sachliteratur mit Bildungs- sowie (bei allem Ernst der Sache) Unterhaltungswert geboten hat. (Ingolf Bossenz)
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TITEL: Das Leben der Tiere
AUTOR: John. M. Coetzee - Aus dem Englischen von Reinhild Boehnke
VERLAG: S. Fischer Verlag, Ffm 2000
ISBN: ISBN 3-10-010817-5
PREIS: Euro 10 |
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Der südafrikanische Schriftsteller John M. Coetzee wurde an die renommierte amerikanische Princetown-Universität zu den "Tanner-Lectures" eingeladen. Coetzee hat für seine
Romane, in denen er das Apartheidsregime seiner Heimat anprangert, angesehene Preise erhalten.
John Coetzee nutzt dieses Privileg nicht, um über Literatur zu lesen, sondern präsentiert wiederum Literatur, und in der Fiktion spiegelt sich seine eigene Situation. Soweit der reale Kontext.
Elizabeth Costello, eine grosse alte Dame des internationalen Literaturbetriebes, ist an die fiktive amerikanische Appleton-Universität eingeladen. Anstatt über ihre Romane zu sprechen, nimmt sie sich die Freiheit, ihr erlauchtes
Akademikerpublikum mit dem gesamten "Katalog" des unermesslichen Tierleides zu konfrontieren sowie mit so ziemlich allen
Problemen und Widersprüchen, die sich daraus für Menschen ergeben. Sie tut dies in zwei Vorlesungen: Die Philosophen und die Tiere und Die Dichter und die Tiere.
Elizabeth Costello besteht zunächst entschieden darauf, dass man Massentierhaltung und -schlachtungen mit den KZs und der Judenvernichtung im 3. Reich vergleichen dürfe, ebenso wie die Verdrängungs- und Verleugnungsstrategien der Deutschen jener Generation mit der Ignoranz und Gleichgültigkeit am Leid der Tiere in der gegenwärtigen Konsumgesellschaft.
Dann lässt Costello die abendländische Denktradition Revue passieren und resümiert: Die Vernunft ist das Wesen einer bestimmten menschlichen Form des Denkens. Stattdessen fordert sie ein Denken mit dem Herzen.
In ihrer zweiten Vorlesung behauptet Elizabeth Costello die Überlegenheit der Dichtung gegenüber der Philosophie, da Dichtung ansatzweise das Erleben von Tieren nachempfinden lassen könne.
Gedichte wie Rilkes "Der Panther" sowie Ted Hughes' "Der Jaguar" und "Zweiter Blick auf einen Jaguar" haben, so Costello, nicht so sehr das Leiden der beschriebenen Tiere zum Thema, vielmehr feiern sie den Menschen im Angesicht einer platonischen Idee von "dem Tier". Costello betont dennoch: Schriftsteller lehren uns mehr, als ihnen bewusst ist. Auch wenn dies nicht in der Absicht der Verfasser liege, verhelfe deren poetische Imagination den Lesern dazu, sich in die Seinsweise der jeweiligen Tiere hineinzuversetzen.
Eingebettet sind die Vorlesungen und Diskussionen in eine Rahmenerzählung, in der die private Situation der Hauptfigur geschildert wird. Elizabeth Costello wohnt während ihres Aufenthaltes an der Appleton-Universität bei ihrem Sohn John, der Physik-Dozent an der gleichen Universität ist, und dessen Familie.
Schwiegertochter Norma ist promovierte Philosophin. Der Sohn ist um seine Karriere besorgt und befürchtet, dass der Auftritt seiner
prominenten Mutter seinem Image schaden könne. Norma geht es vor allem um die Wahrung der häuslichen "Normalität": Ich kann es nicht ausstehen, wenn sie versucht, die Kinder zu überreden, ihre Essgewohnheiten zu ändern. – Es ist nichts weiter als ein Machtspiel. So redet Norma, die Vertreterin der Vernunft, letztlich als eine, die die "Normalität" als Ergebnis konsequenter Verdrängung aufrechterhalten will.
Coetzees Erzählung sei kein griffiges Statement für Tierrechte, da seine Elizabeth Costello als literarische Figur nicht einfach als Coetzees Sprachrohr angesehen werden darf, könnte man behaupten. Doch gerade der fiktionalen Einführung der Problematik gelingt es, einen scheinbar selbstverständlichen Anthropozentrismus in seiner Absurdität auszuloten.
Die amerikanische Originalausgabe enthält vier lesenswerte Kommentare zu Coetzees Tanner-Lecture von der Literaturwissenschaftlerin Marjorie Garber, Peter Singer, der Religionswissenschaftlerin Wendy Doninger, der Primatologin Barbara Smuts.
Coetzees Verdienst ist es, dass nun auch besonders kulturbeflissene Vertreter unserer durch die Kultur geadelten Spezies die Tierrechtsbewegung nicht mehr übersehen oder marginalisieren können.
Franziska Ute Gerhardt, A.K.T.E.-Mitarbeiterin
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TITEL: Wozu Ethik?
Über Sinn und Unsinn moralischen Denkens und Handelns
AUTOR: Helmut F. Kaplan
VERLAG: Aku-Presse
ERSCHEINUNGSDATUM: 2001
ISBN: 3930994127
PREIS: Euro 12 |
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Bei der Lektüre dieses Buches war ich anfangs etwas verwirrt, denn es beginnt nicht wie sonst mit einem hohen Loblied auf die Arbeit der akademischen Ethik und ihrer Vertreter. Das Gegenteil ist der Fall. Helmut Kaplan spricht von Wirkungslosigkeit, gewollter Unverständlichkeit, Überflüssigkeit, Alibifunktion und sogar von der Verlogenheit in unserer Moralphilosophie. Normalerweise hackt keine Krähe der anderen ein Auge aus; trotz aller Unterschiede der Konzepte in der Moralphilosophie herscht Waffenstillstand unter den Damen und Herren Philo-sophen, einverständliches Schweigen im morschen Gebälk der akademischen Philosophie. Es ist Helmut Kaplan hoch anzurechnen, dass er mit dieser Tradition bricht, dass er das Schweigen und Tabuisieren nicht länger hin-nehmen will.
Er macht mit diesem Buch offenkundig, dass die heutige Ethik in weiten Bereichen sinnlos und überflüssig ist, mit anderen Worten, dass sie versagt hat.
Also, wozu noch Ethik überhaupt?
Ich wollte das Buch schon resignierend bei Seite legen ..... und dann, gegen Ende des dritten Kapitels, das sich mit dem Thema Mitleid beschäftigt, durchschlägt Kaplan diesen gordischen Knoten und fordert uns eindringlich auf zum Philosophieren und Hinterfragen, weil unvoreingenommenes, rationales Nachdenken über das moralisch Richtige, also ethisches Denken, deshalb unerlässlich ist, weil es die einzige Möglichkeit darstellt, Widersprüche in unserem Denken und Handeln auszudecken. In den darauf folgenden Kapiteln - es war das Beste und Ehrlichste, was ich je zu diesem Thema gelesen habe - fordert uns Helmut Kaplan konsequent auf, ethisch zu denken, Vorur-teile zu erkennen, Widersprüche aufzudecken und Entscheidungen zu treffen, die eine friedfertige und gerechte Lebensweise fördern.
Sein Plädoyer beginnt mit der Überschrift: „Wir müssen philosophieren.“
Und die Philosophie ist Kaplan’s Metier: Er spricht Themen an, über die sonst nicht so offen in unserem Kulturkreis gespochen werden. („Das Leben ist immer, auch im glücklichsten Falle, ein „Verlustgeschäft“, seine Bilanz ist immer negativ. Das Leiden überwiegt immer das Glück. Jede Sekunde der Freude muß mit Stunden, Tagen und Wochen des Leidens erkauft werden.“)
Er prangert die absurden Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft an, nennt die phsychologischen Voraussetzungen, die absolut notwendig sind, um überhaupt ethisch zu denken, und fragt zum Schluss: „Warum sollen wir überhaupt moralisch handeln? Besteht tatsächlich eine realistische Chance, die Menschen nachhaltig zu bessern, sie zu mora-lischen Wesen zu machen?“
Sein ehrliches Fazit lautet: „Für eine Veränderung im großen, das heißt für die Abwendung des Weltuntergangs bedürfte es freilich nichts Geringeren als eines Wunders. Denn es spricht, wie gesagt, nichts dafür, dass wir uns nicht umbringen. In einer solch aussichtlosen Situation spricht allerdings auch nichts dagegen, auf ein Wunder zu hoffen.“
Helmut Kaplan scheut sich letztendlich nicht zu fragen, ob es nicht vernünftigr wäre, dem Leben auf Erden, diesem permanenten, sinnlosen Leiden, ein Ende zu setzen. Mit der realistischen, wenn auch tragischen anthropofugalen Weltsicht von Ulrich Horstmann (Das Untier. Suhrkamp-Verlag Frankfurt, 1985) kommt Kaplan schließlich zu seinem Schlussplädoyer:
„Wenn wir Glücklichen uns für das Leben entscheiden, dann haben wir die verdammte Pflicht, den Unglücklichen beizustehen, wo immer wir nur können. Wer dieser absoluten Pflicht nicht mit größtem Ernst nachkommt, wer genießt, ohne zu helfen, den soll der Teufel holen und mit ewigem Leben bestrafen – als Tier, das Menschen ausgeliefert ist.“
Ich habe die rund 70 Seiten dieses Buches mindestens zehnmal gelesen - vielleicht darum, weil sie meinen eigenen Gedanken zu diesem Thema so ähnlich sind. Als Leiter des Arbeitskreises Tierrechte & Ethik habe ich dieses Buch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wärmstens empfohlen, und ich kann es jedem Menschen empfehlen, der sich ernsthaft mit der Frage des Sein-Sollens auseinandersetzt.
Stefan Bernhard Eck, Mitarbeiter von A.K.T.E.
( A.K.T.E. http://users.swing.be/animal_net/x_akte.htm )
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TITEL: Das unnötige Leiden der Tiere - Tierrechte - was jeder Einzelne tun kann
AUTOR: Marc Bekoff
VERLAG: Herder, Freiburg
ERSCHEINUNGSDATUM: 2001
ISBN: 3-451-05196-6 |
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Der amerikanische Verhaltens- und Kognitionsforscher Marc Bekoff befasst sich in diesem Buch mit unserer Beziehung zu unseren Mitlebewesen und unserer Mitwelt. Ein gelungenes Plädoyer für die Rechte der Tiere, das die Grundlagen der Tierrechtsethik in einer leicht verständlichen Sprache für Menschen aller Altersgruppen wiedergibt. Als Einstieg in die Thematik der Tierrechtsethik auch für Jugendliche und Kinder ab etwa 13 Jahre gut geeignet.
Bekoff begnügt sich damit, seine eigenen Vorstellungen und Visionen aufzuzeigen und unterlässt es, mit eigenen Konzepten den Leser zu konfrontieren. Er will persönliches Engagement und Verantwortungsbewusstsein wecken, er will zum Nachdenken und Hinterfragen anregen und lenkt die Überlegungen des Lesers zu diesem Themenbereich durch vielerlei Fragen immer wieder in die verschiedensten Richtungen.
Neben den ethischen Konzepten von Peter Singer und Tom Regan, den wichtigsten Vertretern der Tierrechtsbewegung, wird der Begriff des „Speziesismus“ anschaulich und gut verständlich abgehandelt, wobei man jedoch bemerkt, dass sich Bekoff persönlich eher zu Regans Konzept hingezogen fühlt. Wichtig ist ihm, globale Zusammenhänge aufzuzeigen: Umweltzerstörung und Tierausbeutung gehen Hand in Hand. Bekoff erinnert daran, dass der Mensch ein wesentlicher Bestandteil der ihn umgebenden Natur ist, und dass er sich damit dieser Verantwortung ihr gegenüber stellen muss.
Ein Plädoyer für ein Umdenken in unserem Umgang mit Tier und Umwelt, ohne strikt auf normative moralische Imperative zu pochen, und deshalb als Einstieg in die Tierrechtsethik durchaus empfehlenswert.
Stefan Bernhard Eck, Mitarbeiter von A.K.T.E.
e-mail: eck.tierrechte@wanadoo.fr
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TITEL: Brüder - Bestien – Automaten - Das Tier im abendländischen Denken
AUTOR: Manuela Linnemann
VERLAG: Harald Fischer
ERSCHEINUNGSDATUM: 2000
ISBN: 3-89131-401-9
PREIS: Euro 24 |
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Eine faszinierende Zusammenstellung von mehr als hundert Textauszügen über das Tier im abendlichen Denken von der Antike bis zur Gegenwart. Plutarch, Porphyrios, Leonardo da Vinci, Wilhelm Dietler, Lauritz Smith, Herman Daggett, Lewis Gompert, Henry S. Salt und auch weniger bekannte Philosophen, Theologen und Literaten kommen zu Wort. Dieses Buch setzt sich nicht mit ethischen Konzepten auseinander, es vermittelt aber auf Grund der ausgesuchten Textpassagen einen guten Überblick über den moralischen Status der Tiere in der abendländischen Geschichte. Es ist ein empfehlenswertes Kompendium für den Tierrechtler, der nicht darauf verzichten will, philosophische, theologische und literarische Zitate und Gedankengänge aus mehr als zwei Jahrtausenden in seine Argumentationsführung einzuflechten.
Stefan Bernhard Eck, Mitarbeiter von A.K.T.E.
e-mail: eck.tierrechte@wanadoo.fr
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TITEL: Der moralische Status der Tiere
AUTOR: Andreas Flury
VERLAG: Karl Alber, Freiburg
ISBN: 3-495-47879-5 |
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Einleitend kritisiert Flury die herkömmlichen Konzepte, befasst sich mit dem Thema der Doktrin der Menschenwürde, der mosaisch-christlichen Religion und den Implikationen ihrer These der Gottesebenbildlichkeit, bezieht Stellung zur Frage, warum die Evolutionstheorie kaum einen Einfluss auf unsere Moralphilosophie hatte und weist auf den Hemmschuh in unserer moralphilosophischen Auseinandersetzung, den „naturalistischen Fehlschluss“ von George E. Moore hin. Anschließend nimmt er die drei bedeutendsten moralphilosophischen Konzepte der Tierrechtsbewegung, das metaphysisch-spiritualistische Konzept von Henry Salt, das präferenz-utilitaristische von Peter Singer und das deontologische Konzept inhärenter Werte von Tom Regan, kritisch unter die Lupe und stellt anschließend einen eigenen Entwurf vor. Einerseits macht er auf die Mängel und Inkonsequenzen der untersuchten Ethikkonzepte aufmerksam, andererseits werden aber auch ihre wertvollen Teilaspekte herausgearbeitet. In seinem eigenen Entwurf zeigt Flury, welche Kriterien eine Entität erfüllen muss, um eine direkte moralische Berücksichtigung zu verdienen.
Für den an Philosophie und Ethik interessierten Tierrechtler sollte dieses Buch als Standardwerk zählen, das einfach gelesen werden muss. Aber Vorsicht ist geboten für den mit Philosophie und Ethik nicht vertrauten Leser. Es ist nicht geeignet für Einsteiger, denn ohne solides Basiswissen zu diesem Themenbereich kann es leicht überfordern. Flurys eigener Entwurf erschien mir auf den ersten Blick recht kompliziert; er erinnerte mich eher an mathematische Regeln und an Mengenlehre als an ein ethisches Konzept. Ich musste ihn zweimal lesen, um ihn in Gänze zu verstehen. Mein Tipp für den Leser: Das Buch „Der moralische Status der Tiere“ ist Andreas Flurys Dissertationsarbeit, also ein wissenschaftliches Werk und keine leichtverdauliche Lektüre, die man an einem Sonntagnachmittag so nebenbei herunterlesen kann. Nehmen Sie sich viel Zeit, gehen Sie Kapitel für Kapitel langsam und konsequent durch, machen Sie sich Notizen, und wenn Ihnen ein Begriff nicht geläufig sein sollte, schlagen Sie im Lexikon nach. Falls die Werke von Salt, Regan und Singer in Ihrem Bücherschrank stehen, lesen Sie hin und wieder die betreffenden Kapitel nach. Die Mühe lohnt sich.
Stefan Bernhard Eck, Mitarbeiter von A.K.T.E.
e-mail: eck.tierrechte@wanadoo.fr
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TITEL: Fleisch. Ursprung und Wandel einer
Lust
AUTOR: Nan Mellinger
VERLAG: Campus Fachbuch , 199 Seiten
ERSCHEINUNGSDATUM: 2000
ISBN: 359336641X
PREIS: Euro 24,90 |
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Das Buch wirft zunächst einen evolutionsbiologischen Blick auf die Gattung Mensch: vom durch große Raubtiere gejagten und stets bedrohten Beutetier habe der Mensch sich selbst zum Jäger entwickelt. Zunächst Aasfresser, der sich von den Resten der Beute anderer Raubtiere ernährte, wurde der Anthropoid durch natürliche Auslese bald zum gefährlichsten "Raubaffen" an der Spitze der Nahrungskette.
Diese These wird untermauert durch die Bedeutung der Hand zur Verfertigung von Jagdwaffen und Werkzeugen, denn die Ausdifferenzierung und Beweglichkeit der Hand (dies gilt auch für die Pfoten der Katzen) beeinflusst nachweislich entscheidend die Entwicklung und Ausdifferenzierung des Gehirns. Die menschlichen Qualitäten, die gesamte Kultur, seien letztlich Ergebnis der menschlichen Raubtierhaftigkeit.
Diese knappe, aufschlussreiche Kulturgeschichte aus dem Blickwinkel des „Urtraumas“ der Menschheit, dem Ursprung aus der Zwischenstellung zwischen Jagdbeute und Beutejäger widerlegt „jene tröstliche These vom Evolutionsbruch“, die als eine Art Synthese zwischen Darwinismus und göttlichem Schöpfungsakt die Sonderstellung des Menschen und seinen Umgang mit anderen Lebewesen rechtfertigen soll.
Ursprünglich war die Jagd vermutlich ein Familienunternehmen, später konstituierte sich die Rolle der Frauen in der Jäger- und Sammlergesellschaft als zuständig für Kinderaufzucht und Zubereitung der Speisen. Fleisch wurde seltener und kostbarer, denn die Bejagung hatte die wilden Tiere bereits stark dezimiert, und der Mensch hatte einige Tierarten inzwischen zu Haus- und Nutztieren gezähmt und schätze sie als Lieferanten für Milch und Wolle und als Zug- und Arbeitstiere. Die Jagd wurde zum männlichen Unternehmen und schliesslich zum „Männlichkeits-Beweis“. Als vorwiegend "männliches" Nahrungsmittel wurde Fleisch "Symbol der Macht über Leben und Tod". Archaisches Erbe der menschlichen Gattung sei ein "perverser Zerstörungstrieb" (Sigmund Freud), eine "angeborene Aggressivität" (René Girard); diese äußere sich in einer langen Tradition von Blutopfern, die auch die Sakralisierung der Kriege mit sich brachte.
Die Geschichte des Fleischkonsums im Prozess der Zivilisation führt vom Opferritual für blutgierige (Raubtier-)Gottheiten über strenge Verteilungsstrategien und -hierarchien, die gesellschaftliche Unterschiede markierten, zur Säkularisierung des Fleischkonsums und schließlich zur Massenproduktion in Großschlachthäusern, zur "Mechanisierung der organischen Substanz“ im 19. Jahrhundert. Damit einher geht eine Erhöhung der „Empfindlichkeitsschwelle“: die „fleischfressende Industriegesellschaft“ will vom blutigen Ursprung ihres Lieblings-Nahrungsmittels sowie von den Ursprüngen der eigenen Gattung nichts mehr wissen.
Fleisch hat seine sakrale Aura verloren; der Fleischkonsum behält indessen die symbolische Eigenschaft eines „Machtdispositivs“ (Foucault), über das nun allerdings jeder verfügen will und soll. Die Mär vom Eiweißbedarf dient als rationalisierendes Argument für eine sich entwickelnde Grossindustrie. Die europäische Vorliebe für Fleisch wird zum Motor für Kriege und Kolonialismus, wie es Jeremy Rifkin's Buch „Das Imperium der Rinder“ aufzeigt.
Ein Kapitel beschäftigt sich mit Nahrungstabus, der Entstehung der Religionen aus der „Faszination am Opfer“ und gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte vegetarischer Bewegungen im antiken Europa und im buddhistisch geprägten Asien, schließlich in England des 19 Jahrhunderts, in dem die Tierschutzbewegung entstand.
Im Kapitel „Das Fleisch der Frauen“ bezieht sich Meilinger auf Christina von Brauns patriarchatskritische Theorien, nach denen das Weibliche als „das Andere“ der abendländischen Kultur von Männern vereinnahmt, „gegessen“ wird. Diese symbolische Anthropophagie, die auch Sigmund Freud als archaisches Grundmuster menschlicher Beziehungen annahm („Einverleibung“, „Introjektion“), wird gesehen als Parallele und Begleiterscheinung zum Essen „niederer“ Lebewesen, zu Naturvereinnahmung und -zerstörung, der „Opferstruktur karnivorer Kulturen“ (Derrida).
Im Fasten mittelalterlicher Heiliger und in der „modernen Frauenkrankheit“ Anorexie sehen von Braun und Mellinger eine Widerstandsform, die sich vorerst als pathologische Randerscheinung artikuliert.
Das Buch bündelt eine Fülle von Fakten zu überraschenden Einblicken in historische und kulturelle Zusammenhänge und wird dadurch zur spannenden Lektüre. Seine große Stärke ist es indes, dass es das Thema Fleischkonsum als paradigmatisch für eine fundamentale Kulturkritik behandelt.
Die für die „Krone der Schöpfung“ wenig schmeichelhafte Anthropologie, die es umreisst, sollte Appell zur Selbstbesinnung des Menschen sein und ein Plädoyer für politischen Veganismus oder vegane Politik.
Franziska Ute Gerhardt, Mitarbeiterin von A.K.T.E
e-mail: franziska_gerhardt@web.de
oder f.gerhardt@manager.de
( A.K.T.E. http://users.swing.be/animal_net/x_akte.htm )
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Zeitschriften
Vegi-Info
Zeitschrift für Vegetarismus, Tierrecht und Ethik. Herausgegeben von der
Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV). Wird allen Mitgliedern
kostenlos zugesandt, kann aber auch separat abonniert werden bei SVV,
CH-9466 Sennwald, Fax 0041 (0)81 757 28 19, svv@vegetarismus.ch . Die
früheren Ausgaben können hier eingesehen werden: www.vegetarismus.ch/heft/
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